
Hatte Ulrike Meinhof doch Recht?
Damals in den Sechzigern, als ich die Meinhof-Kolumnen in der „Konkret“ las, hielt ich sie für die Ausgeburt eines kranken Geistes, der sich völlig weltfremd weigert die Realitäten zur Kenntnis zu nehmen. Obwohl ich selbst zu den von Meinhof Begünstigten gehörte, ich machte gerade eine Kfz-Mechanikerlehre, konnte ich ihren Hass auf meine angeblichen Ausbeuter nicht so recht nachvollziehen. Angesichts des realen Sozialismus sowjetischer Prägung, wie er sich im anderen Teil Deutschlands abspielte, schien mir unser kapitalistisches System das erheblich kleinere Übel zu sein. Sah diese Meinhof nicht was sich drüben abspielte, oder wollte sie es nicht sehen? Ich glaubte an Letzteres, auch wenn ich mich schon etwas darüber wunderte, da diese selbst zu den Priviligierten zählende Dame sich so vehement für mich einsetzte. Ihr Gefasel von Monopolen, Kriegstreibern und Kapitalisten konnte ich damals nicht so Recht nachvollziehen und tröstete mich deshalb mit den geschickt zwischen die politischen Texte platzierten, nackten Frauen der „Konkret“, die damals noch von Meinhofs Mann Klaus Rainer Röhl herausgegeben wurde. Ohne die besagten Mädels hätten vermutlich erheblich weniger Leute, mich eingeschlossen, dieses „kommunistische Hetzblatt“ gekauft, dem einige Zeitgenossen fälschlicherweise eine Finanzierung durch Stasigelder unterstellten. Als Meinhof dann mit Baader und Konsorten die „RAF“ gründete und in den Untergrund ging, schien mir das nur ein weiterer Beweis für ihren, kranken, irrationalen Fanatismus zu sein und als diese „Irren“ auch noch anfingen Leute zu ermorden, war sie ganz für mich gestorben. Selbst als sie tatsächlich, unter mehr als kuriosen Umständen, das Zeitliche segnete, weinte ich ihr keine Träne nach und verspürte sogar so etwas wie klammheimliche Freude als ich von ihrem „Selbstmord“ hörte. Angesichts meines jetzigen Wissensstands, den ich zu 80% dem Internet verdanke, schäme ich mich heute dafür und würde Ulrikes Kolumnen garantiert erheblich aufmerksamer lesen, sollte ich noch mal die Möglichkeit dazu bekommen. Aber an diese Informationen war damals einfach nicht heranzukommen und das noch existierende Konkurrenzmodell Kommunismus zwang die Kapitalisten erheblich vorsichtiger zu agieren. Die ließen bekanntlich die Sau erst nach dem Ableben des Kommunismus heraus und der als Stasi-Propagandaorgan diskreditierten „Konkret“ glaubte so gut wie keiner. Dass unsere angebliche freie Presse ihrerseits gleichgeschaltet war, habe ich leider erst viel später erfahren. Mittlerweile ist mir klar, dass selbst unsere öffentlichen Medien, von den Produkten einer Liz Mohn und Frida Springer mal ganz abgesehen, wie gedruckt lügen. Was nicht eine dieser angeblichen Verschwörungstheorien ist, wie das folgende Statement, gehalten vor dem vornehmen New Yorker Presseclub im Jahr 1880, von John Swinton, dem Doyen der amerikanischen Presse und einstigen Redaktionsleiter der "New York Times" beweist:
"Bis zum heutigen Tag gibt es so etwas wie eine unabhängige Presse in der Weltgeschichte nicht. Sie wissen es und ich weiß es. Es gibt niemanden unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben, und wenn er es tut, weiß er im Voraus, dass sie nicht im Druck erscheint. Ich werde jede Woche dafür bezahlt, meine ehrliche Meinung aus der Zeitung herauszuhalten, bei der ich angestellt bin. Andere von Ihnen werden ähnlich bezahlt für ähnliche Dinge, und jeder von Ihnen, der so dumm wäre, seine ehrliche Meinung zu schreiben, stünde sofort auf der Straße und müsste sich nach einem neuen Job umsehen. Wenn ich meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung veröffentlichen würde, wäre ich meine Stellung innerhalb von 24 Stunden los. Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, unumwunden zu lügen, zu pervertieren, zu verleumden, die Füße des Mammon zu lecken und das Land zu verkaufen für ihr tägliches Brot. Sie wissen es und ich weiß, was es für eine Verrücktheit ist, auf eine unabhängige Presse anzustoßen. Wir sind die Werkzeuge und Vasallen der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Strippen und wir tanzen. Unsere Talente, unser Fähigkeiten und unser ganzes Leben sind Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte".
Meiner Meinung nach, hat es heute noch Gültigkeit. Ulrike Meinhof war dies schon in den Sechzigern klar und hatte, wie die Spekulanten- und Banksterkrise verdeutlicht, mit ihren anderen Thesen ebenfalls Recht. So wie sich die Sache heute für mich darstellt, war sie eine Kämpferin für die Menschheit, die aus Frust über die Dummheit ihrer Zeitgenossen zu den falschen Mitteln gegriffen hat. Hätte sich ihre Gewalt ausschließlich auf die Schuldigen beschränkt und nicht unschuldige Opfer in Kauf genommen, würde ich mir sofort ein Bild von ihr an die Wand hängen.
Unsere Presse
Wer noch Zweifel an der Verfilzung von Politik und Medien hatte, sollte sich den Presseclub vom 24. 1. 2010 ansehen, was unter www.phönix.de/content//165529# noch möglich ist. Bis auf den Vertreter vom Stern Herrn Tillack, der immerhin die Nichtunterzeichnung der UN-Antikorruptionsresolution durch Deutschland, als Skandal bezeichnete, wurde die gängige Spendenpraxis überaus milde beurteilt. Besonders Frau Weidenfeld, ihres Zeichens freie Publizistin, fand nichts dabei, wenn Interessengruppen durch Geldzuwendungen ihre Interessen zu wahren versuchten. Das sei ihr lieber, als wenn die Parteien komplett vom Steuerzahler finanziert würden, versicherte die unabhängige Dame. Allerdings ohne auf die jetzige Abhängigkeit der Parteien von Banken- und Industrie einzugehen, die den Bürger, wie das Beispiel Medikamenten- und Energiepreise eindruckvoll verdeutlicht, erheblich teurer kommt. Wenn einem das nicht passe, könne man schließlich Parteien wählen, die keine Spenden bekämen, meinte die unabhängige Publizistin. Nur was ist, wenn einem deren sonstiges Programm nicht gefällt? Darauf blieb die unabhängige Dame eine Antwort schuldig. Kein Wort darüber, da auch eine Klientelpartei wie die FDP, laut Grundgesetz, nicht nur die Interessen ihrer Spender, sondern die Interessen des gesamten Volkes zu vertreten hat. Davon hatten sich offenbar selbst Herr Layendecker von der Süddeutschen und Frau Neumann vom Spiegel längst verabschiedet, die angeblich Experten in Sachen Korruption sind. Die zaghaften Versuche des Stern Journalisten, die Fragwürdigkeit solcher Lobbyarbeit zu verdeutlichen, wurden von seinen Kollegen als weit gehend unbegründet abgetan und auf das Grundgesetz verwiesen, da eine Fremdfinanzierung von Parteien sogar ausdrücklich vorsähe. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, da die Väter des Grundgesetzes, die heute gängige schamlose Praxis gebilligt hätten, die sogar so weit führt, da die Industrie die sie betreffenden Gesetze selbst entwirft und nur noch von der Politik absegnen lässt. Das wäre ein Punkt, über den man eventuell noch reden müsste, meinte sogar Herr Layendecker, wenn auch etwas zögerlich, während die unabhängige Publizistin dies, wegen der angeblichen Fachkompetenz der Lobbygesetzschreiber, offenbar weit gehend in Ordnung fand. Angesichts des Schauspiels, das „unsere“ Pressevertreter boten, kann ich nur mit Goethe sagen: „Lasset alle Hoffnung fahren!“ Von dieser Presse ist nicht nur Nichts zu erwarten, sondern sie ist selbst zur Stütze eines korrupten Systems geworden. Über die Gründe kann natürlich nur spekuliert werden, aber die alten lateinischen Sprüche, „Manus manum lavat“ (Eine Hand wäscht die andere), und „Pecunia est nervus rerum“ (Geld ist das Mittel zu Allem), könnten bei der Suche danach ganz hilfreich sein. Bei youtube sollte man sich zu dem Thema auch den erhellenden Beitrag „Deutsche Medien lügen“ ansehen.
Besinnliches zum Fest
Warum ist die Welt so wie sie ist? Warum hungert ein großer Teil Menschheit, während ein verschwindend kleiner Teil die Reichtümer der Welt zusammenrafft? Wie kommt es, dass man diesen Gierigen, nicht einfach ihre von anderen erwirtschafteten Vermögen wegnimmt und sie selbst zum Teufel jagt? Wer sich diese Frage noch nicht gestellt hat, ist entweder dumm oder herzlos. Das war doch schon immer so werden einige behaupten und auf den Kommunismus verweisen, dessen Gleichmacherei sich als unvereinbar mit der Natur des Menschen erwiesen hätte. Schließlich würden wir ja auch nicht alle mit gleichen Anlagen und Fähigkeiten geboren. Wohl wahr, aber gibt es deshalb den Gewinnern dieser Gen-Lotterie das Recht, ihre weniger glücklichen Zeitgenossen auszubeuten? Wobei es, dank der bestehenden Chancen-Ungleichheit längst nicht so ist, da Reiche intelligenter als Arme sind. Manchmal reicht eine clevere Geschäftsidee, wie zum Beispiel die der Aldi-Brüder, um Milliarden zu verdienen, aber ist die Rechtfertigung genug, um das dadurch entstandene Riesenvermögen für sich zu behalten? Egal wie geschäftstüchtig die Beiden auch waren, alleine würden sie heute vermutlich noch selbst hinter der Verkaufstheke stehen. Dies gilt ebenso für alle anderen Reichen, die ohne ihre Mitarbeiter niemals zu ihren Vermögen gekommen wären. Mal ganz abgesehen von denen, die ihren Reichtum nur geerbt und im Gegensatz zu ihren Mitarbeitern, keinerlei Beitrag dazu geleistet haben. Womit wir bei den Bankern sind, die sich weit gehend von ihrer eigentlichen Aufgabe, der Wirtschaft Geld zur Verfügung zu stellen, entkoppelt haben und zu Spekulanten geworden sind. Allerdings ohne eigenes Risiko, wie die staatlichen Rettungsaktionen eindrucksvoll verdeutlichen. Wäre das Spekulationsgeld, das in Billionenbeträgen um die Welt kursiert sinnvollen Aufgaben zugeführt worden, hätte es nie eine Wirtschaftskrise gegeben. Natürlich sind damit keine 25% Renditen, wie von Ackermann und Konsorten propagiert, zu erzielen, aber langfristig hätten alle etwas davon. Wie kommt es, da Superreiche, die schon alles Erdenkliche besitzen, scheinbar nie den Hals voll bekommen? Liegt es in der Natur des Menschen immer mehr haben zu wollen, egal auf wessen Kosten dies geht? „Wenn ich nicht so viel nehmen würde wie ich kriegen kann, müsste ich ja blöde sein!“ Wer kennt ihn nicht diesen Spruch, dessen Philosophie für einen Normalverdiener mit 2000 Euro Netto absolut verständlich, aber für einen Reichen nicht unbedingt zwingend ist. Leider, scheinen gerade Letztere, diese Volksweisheit förmlich verinnerlicht zu haben, denn von freiwilligen Verzichten unserer Finanz-Elite ist relativ wenig zu hören. Um beim Beispiel Aldi Brüder zu bleiben, deren Privatvermögen momentan zusammengenommen 37.500 000 000 Euro beträgt. In wie weit würde sich deren Leben ändern, wenn sie davon 30 Milliarden für wohltätige Zwecke spendeten. Vermutlich überhaupt nicht, denn das verbliebene „Schonvermögen“ von 7.5 000 000 000 Euro würde ihnen bestimmt weiterhin ihren gewohnten Lebensstil ermöglichen. Andererseits könnten z. B. mit den 30 Milliarden auf Jahre alle unsere Schulen saniert und genügend Lehrer eingestellt, oder die afrikanische Landwirtschaft durch Schulungs- und Trainingsprogramme auf einen erheblich höheren Stand gebracht werden. Wäre es nicht ein schönes Gefühl, sich als Wohltäter der Menschheit fühlen zu können, ohne auf wirklich Wesentliches verzichten zu müssen. Aber nicht nur Milliardäre sollten ihren Beitrag leisten. Leute mit Stundensätzen von 250 Euro und mehr, sollten ebenfalls mal in sich gehen und ruhig mal darüber nachdenken, ob es richtig ist, dass ein Normalverdiener rund 18 Stunden arbeiten muss um ihren Stundensatz bezahlen zu können. Sicher, diese Spitzenverdiener haben meistens länger die Schulbank gedrückt und studiert, aber rechtfertigen fünf bis sechs zusätzliche Ausbildungsjahre 30 - 40 Jahre mit solchen überzogenen Einkommen. Ist es nicht eigentlich schon ein Segen, in einer wichtigen, nützlichen Funktion den Menschen helfen zu können und das in einer Tätigkeit die einem selbst noch Freude bereitet. Dieses Privileg haben nicht viele und alleine dafür sollten ein paar zusätzliche Ausbildungsjahre schon lohnend genug sein. Von mir aus können Studierte auch ruhig mehr verdienen, aber nicht in dieser Abgehobenheit wie dies heute vielfach der Fall ist. Überhaupt müsste sich das Bewusstsein der Menschen ändern und das Jahrzehnt der Gier, in dem wir zur Zeit leben, endlich in ein Jahrzehnt der Solidarität und des Mitgefühls übergehen. Allerdings gibt die Tatsache, dass die FDP uns jetzt mitregiert wenig Grund zur Hoffnung. Laut Heiner Geissler (CDU) entspricht deren Erfolg der Erkenntnis der Psychologen, dass etwa 18% der Deutschen eine Macke haben. Ich bin der Letzte, der ihm da widersprechen würde.
War der Mauerfall wirklich so toll?
Zwanzig Jahre seit der Maueröffnung, soll man sich darüber freuen? Ich habe da zwiespältige Gefühle. Wenn ich damals schon gewusst hätte wie sich die Dinge entwickeln, wäre ich bestimmt nicht so euphorisch gewesen. Offensichtlich braucht der Kapitalismus ein Konkurrenzmodell sonst artet er aus. Auch wenn die DDR alles andere als konkurrenzfähig war, die 10% denen im Westen fast alles gehört sahen es offenbar so, denn sie ließen erst ihre Maske fallen, als der Kommunismus in Europa am Ende war. Bis dahin hatten sie, wenn auch zähneknirschend, einen nicht unerheblichen Teil ihrer gigantischen Gewinne an das normale Volk weitergeleitet, was fälschlicherweise glaubte, dass dieser erfreuliche Prozess der sozialen Marktwirtschaft zu verdanken und unumkehrbar wäre. Wie sehr sich die Mehrheit da geirrt hatte, wurde allerdings schnell deutlich und dass eine demokratisch gewählte Regierung sich nicht unbedingt dem Wohle des gesamten Volkes verpflichtet fühlt auch. Bis zum Zusammenbruch des Kommunismus ging es, was den Wohlstand breiterer Bevökerungsschichten betraf, stetig aufwärts, jetzt plötzlich nur noch bergab. Nun wurde klar, wem die Politik wirklich diente. Fast sämtliche gesetzlichen Hemmschwellen, die der mittleren und unteren Schicht bisher Schutz geboten hatten wurden aufgehoben und sie so der Ausplünderung durch die Konzerne überlassen. Was die Einführung des Euro, mit dem sich Kohl die Wiedervereinigung von Mitterand und Thatcher erkaufte, noch erheblich verschlimmerte. Mittlerweile, ist so etwas wie Aufschwung und Wohlstand für das Gros unserer Bevölkerung nur noch Geschichte. Die meisten können schon froh sein, wenn sie die monatlichen Belastungen überhaupt noch bezahlen können. Mieten, Strom, Renten- und Krankenversicherung, Telefon und Spritpreise sind, ganz im Gegensatz zu den Gehältern, exlosionsartig gestiegen, wodurch viele Bundesbürger nur noch mit zusätzlichen Transferleistungen überleben können. Von denen sich der Staat gleich wieder 19% in Form einer so genannten Mehrwertsteuer einsackt. Auf Änderung durch Wahlen zu hoffen ist leider zwecklos, denn unsere Politiker ausschließlich ihrem eigenen Wohl verpflichtet. Dabei ist es völlig egal welcher Partei sie angehören, wie die Beispiele Clement, Schröder und Fischer eindrucksvoll beweisen. Es ist schon ein starkes Stück, wenn man als Minister den Zeitarbeitsfirmen gesetzliche Hürden wegräumt und anschließend in den Vorstand einer solchen wechselt, so wie es Clement praktiziert hat. Oder als Kanzler die Ostseepipeline forciert und dann beim betreffenden Gaslieferanten Manager wird. Das Gleiche trifft für den ehemals Grünen Fischer zu, der sogar gleich zwei Großkonzerne „berät.“ Egal, bei welchem Politiker man bohrt, man wird fast immer fündig, sprich, es treten Verbindungen zu Tage, die nicht unbedingt dem Allgemeinwohl dienen. Lug und Trug überall! Ein Herr Röttgen, der sich in einer Talkshow vehement für den Erhalt der Hauptschulen einsetzt, sein eigenes Kind aber lieber auf einer Privatschule unterbringt. Eine Kanzlerin, die ein überaus herzliches Duz-Verhältnis zu den Medien-Mogullinnen dieser Republik pflegt, die es ihr mit einer unglaublich unkritischen Hofberichterstattung in ihren Blättern und Fernsehkanälen danken. Überhaupt, die Medien. Von einer unabhängigen, freien Presse kann nicht mehr die Rede sein. Die meisten Journalisten sind zu Meinungshuren geworden, die entweder schon selbst die Schere im Kopf haben, oder sich aber unterwürfig Maulkörbe verpassen lassen. Die wenigen Aufrechten, die sich so etwas nicht gefallen lassen, wie z.B. Peter Scholl-Latour, dürfen keine Sendungen mehr machen und werden nur noch selten zu Talkshows eingeladen. Wer nicht im Meanstream schwimmt, wird mundtot gemacht, selbst wenn er so kompetent wie ein Peter Scholl-Latour ist. Leider machen die meisten Journalisten dieses Spiel mit, was manchmal schon zu peinlichen Situationen führt. Wer sich regelmäßig den sonntäglichen Presseclub ansieht, weiß wovon ich rede. Da vertritt eine ehemalige Taz-Journalistin, die zum Handelsblatt oder einer anderen ähnlich orientierten Zeitung gewechselt ist, plötzlich erzkonservative Thesen, oder ein vermeintlich Konservativer liberale Ansichten. Ob die Tatsache, da er jetzt für „die Zeit“ arbeitet eine Rolle dabei spielt? Möglich wär´s schon, oder? Darüber könnte man schmunzeln, wenn die Folgen nicht so ernst wären. Zehn Prozent der Bevölkerung gehören 61% unserer Republik und ein Prozent besitzt über 20% von allem. Dieses 1% ist so mächtig, wie wir es uns gar nicht vorstellen können. Geld spielt für diese kleine „Elite“ keine Rolle und die meisten, egal ob Politiker oder Journalist, sind leider käuflich. Die paar, die es nicht sind, werden dann von der abhängigen Mehrheit mundtot gemacht, so läuft das Spiel. Wer an die Fleischtöpfe will, hat sich dem System anzupassen, sonst bleibt er außen vor und kann bestenfalls, als freier Publizist sein karges Dasein fristen. Besteht überhaupt noch eine Chance, diese Ausbeuter und Speichellecker loszuwerden. Ich glaube schon. Sollten sie ihrer Gier weiter freien Lauf lassen, wovon man wohl ausgehen kann, wird die Unzufriedenheit weiter wachsen und selbst wir obrigkeitshörigen Deutschen auf die Barrikaden gehen. Erste Anzeichen sind schon zu spüren. Die Unzufriedenheit hat mittlerweile ein Maß erreicht, wie ich es bisher noch nicht erlebt habe. Kaum jemand glaubt noch, da wir in einem gerechten System leben. Glücklicherweise haben Bankster und Spekulanten vielen die Augen geöffnet und selbst überzeugten Bundesrepublikanern klargemacht, wer hier das Sagen hat. Egal wie sehr sich die Mächtigen und deren willfährige Helfer in Politik und Medien auch anstrengen, diese Erkenntnis dürfte sich tief eingebrannt haben und noch unangenehme Folgen für sie haben.
Pest oder Cholera
Wen soll man wählen? Eigentlich egal, denn das Sagen haben unsere Politiker sowieso nicht. Ok, die Linke ist vielleicht noch nicht so von den wahren Besitzern dieser Republik abhängig wie die anderen Parteien, aber die alten SED Kader in ihren Reihen sind auch nicht gerade prickelnd. Vermutlich werde ich "Wir wollen unseren alten Kaiser Wilhelm wieder haben" auf den Wahlschein kritzeln, was zugegebenermaßen ein ziemlich illusorisches Verlangen ist und hoffentlich nicht als Votum für die NPD gewertet wird. Aber meine Stimme einer Duzfreundin von Frieda Springer und Liza Mohn zu geben bringe ich einfach nicht übers Herz. Dem Mitverfasser der Hartz 4 Gesetze allerdings auch nicht, der sich plötzlich als Anwalt der "kleinen" Leute aufspielt. Davon, dass er den Bankstern, gemeinsam mit Schröder, Fischer und Konsorten, erst ihren Raubzug ermöglicht hat, will er heute nichts mehr wissen. Und Westerwelle? Eher würde ich mir die Hand abhacken, als mein Kreuz bei der Partei dieses Life-Style Politikers zu machen. Dann könnte ich ja gleich Josef Ackermann von der deutschen Bank, oder die Aldi Brüder wählen, deren Interessen dieses smarte Narbengesicht vertritt. Und die Grünen? Keine Chance! Jedenfalls, so lange dieses Kortisonhörnchen Claudia Roth dort im Vorstand sitzt. Eigentlich hatte ich schon mit der Piraten-Partei geliebäugelt, um unserem BigBrother Scheuble in die Suppe zu spucken, aber die haben jetzt ausgerechnet diesen Typen von der SPD aufgenommen, der sich die Kinderpornos reingezogen hat. Natürlich nur um sich zu informieren, aber warum er dazu gleich mehrere Tausend dieser Ekelbilder benötigte kann er auch nicht so richtig beantworten. Zugegeben, zahlreiche katholische Priester haben es ihm vorgemacht, aber die muss man ja auch nicht wählen. Na ja, noch bleibt unseren Politikern ja etwas Zeit, aber so wie es bis jetzt aussieht, werde ich wohl unserem alten Kaiser den Vorzug geben.
Die katholische Kirche macht sich Sorgen
Wird auch Zeit dachte ich, als ich den Satz der Nachrichtensprecherin hörte. Gierige, korrupte Banker- und Wirtschaftskaptäne, ebensolche Politiker überall und eine Presse, die das alles, mehr oder weniger, augenzwinkernd zur Kenntnis nimmt. Wie würden wir denn handeln, wenn wir auch mal die Möglichkeit hätten, ohne viel Aufwand, die dicke Knete zu machen? Darauf verzichten, nur weil dadurch ein paar Millionen mehr arbeitslos werden? Unsere Presseleute offenbar nicht, wie ihre verständnisvollen Kommentare vermuten lassen. OK, die Medien gehören ja auch überwiegend denen, die jahrelang von der Finanzblase profitiert haben und die eigene Karriere ist natürlich wichtiger. Jetzt redet endlich einer Tacheles freute ich mich und wartete gespannt auf das was die Kirchenführer zu diesem Problem gesagt hatten. Immerhin, war ich noch, wenn auch aus mir selbst unerklärlichen Gründen, Mitglied in diesem Verein und hatte eigentlich mehr erwartet als das Buch "Das Kapital", von Bischof Reinhard Marx, der seine Namensgleichheit mit dem berühmteren Weltverbesserer clever vermarktete. Was ich dann hörte verschlug mir die Sprache. Kein Appell an die Moral, sondern die Herren machten sich Sorgen wegen der vielen Kirchenaustritte. Die ihnen vermutlich sogar egal gewesen wären, wenn sie nicht auch zu erheblichen Kirchensteuerausfällen führen würden. Unglaublich! Offensichtlich, waren ihnen die Worte ihres Obergurus entfallen und sie fürchteten nur um ihre Pfründe. Selbst wenn es diesen Jesus wahrscheinlich gar nicht gegeben hat und die Bergpredikt erst viel später von einem der Evangelisten geschrieben wurde, sie waren schließlich Vertreter dieses Glaubens. Aber hatten diese Kirchenfürsten nicht sogar mitgezockt? Ich erinnerte mich wage an ein Interview, indem ein Bischof zugab, dass seine Diözoese ebenfalls ein paar Millionen durch Spekulation verloren hätte. Im Gegensatz zu damals, mit den Fischen und dem Brot, war der Versuch es auch mal mit Geld zu versuchen, gründlich in die Hose gegangen. So schlimm, dass unsere Kirchenoberen auf ihren Mercedes-Dienstwagen, oder fürstlichen Gehälter verzichten müssen, wird es wohl noch nicht sein, aber wehret den Anfängen. "Religion ist Opium für´s Volk!", hat der berühmte Namenvetter des besagten Bischoffs damals gesagt und vermutlich Recht damit gehabt.
Profit – koste es was es wolle
Gestern habe ich in einem Politmagazin einen Bericht über die Bundesbahn gesehen, der wieder mal deutlich machte was das Grundübel von allem ist. Da sie eine richtige Aktiengesellschaft werden und der Bund deshalb seinen Anteil an der Börse verhökern will, sind attraktive Gewinnmargen gefragt. Das heißt, Kosten müssen gespart werden, womit man für gewöhnlich erst mal bei der Belegschaft anfängt. Klein aber fein, ist hier die Devise, was natürlich ebenso unmöglich wie die Quadratur des Kreises ist. Wenn das Ersparte wenigstens den Kunden in Form verbilligter Fahrpreise zugute käme, könnte man womöglich noch etwas Verständnis für die jetzt oft unpünktlichen und verschmutzen Zügen aufbringen, aber davon kann keine Rede sein. Auch wenn mit allen möglichen Sonderticket Verschleierungstaktiken gearbeitet wird, Tatsache bleibt, die Fahrpreise sind einfach zu hoch. Wo fließen die Einsparungen aber dann hin? Natürlich in die Taschen der Aktionäre, denen es anscheinend egal ist, ob ihre Gier auf Kosten der Sicherheit geht. Was, wie der Fernsehbericht eindrucksvoll zeigte, leider tatsächlich der Fall ist. Das es nicht wieder zu einer Katastrophe, wie damals in Eschede gekommen ist, ist nur dem Zufall zu verdanken, denn Achsenbrüche scheinen bei der Deutschen Bundesbahn nichts Ungewöhnliches zu sein. Grund sind verlängerte Wartungs- und Prüfintervalle, die durch den exzessiven Personalabbau erforderlich geworden sind. Aber die Bundesbahn ist nur ein Beispiel für den schädlichen Einfluss den Aktiengesellschaften ausüben und die Liste vergleichbarer Schädlinge ist lang. Ob beim Strom, Gas oder Sprit haben uns „unsere“ Politiker einer relativ kleinen Gruppe von Aktionären zum Fraß vorgeworfen und ihnen weitere Lizenzen zum Ausplündern, sprich Privatisierungen, in Aussicht gestellt. Das diese AG´s die Gesetze der Marktwirtschaft längst, natürlich zu ihren Gunsten, aus den Angeln gehoben haben, dürfte mittlerweile selbst der Dümmste kapiert haben. Was wohl auch für unsere Politiker zutrifft, die sich ihren diesbezüglichen Großmut allerdings ziemlich schamlos honorieren lassen. Ob in Form von Vorstands- oder Aufsichtsratsposten, manchmal auch in Beraterfunktion lassen ihnen die Blutsauger-AG´s ein paar Tropfen vom Blut ihrer Opfer zukommen, deren Interessen diese „Volksvertreter“ ja eigentlich wahren sollten. Korruption, sprich Lobbyismus, wohin man schaut und kein Gandhi oder zumindest ein Willy Brandt in Sicht. Was uns heute an Politikern geboten wird ist wirklich das Letzte! Selbst absolute Egomanen wie Schmidt oder Kohl hatten irgendwo noch das Wohl ihres Volkes im Auge, aber „unsere“ Merkels, Steinmeiers, Westerwelles, Wobereits, Mißfelders, Pofallas und Konsorten scheren sich einen Dreck darum. Das ist nur noch erforderlich um an die Macht gehievt zu werden und hat man es dann einmal geschafft, wird sich sofort anders orientiert. Wie sehr, hat die Finanzkrise deutlich gemacht, deren Verursacher ihre Verbrechen von „unseren Volksvertretern“ noch mit Milliarden vergoldet bekamen. Da dies alles natürlich nur zu unserem Wohl geschah, dürfte selbst dem Naivsten, angesichts der Tatsache, dass nur rund 10 Prozent unserer Bevölkerung überhaupt Aktien besitzt, nicht ganz leicht fallen zu glauben. Trotzdem fühlen sich „unsere“ Politiker vor allem dieser kleinen Minderheit verpflichtet, der allerdings rund 90% unserer Republik gehört. „Hast Du nichts, zählst Du nichts!“, würde ein Politiker, wenn er ehrlich wäre, sagen, was sich allerdings gegenseitig ausschließt. „Die Politik hat sich den Staat zur Beute gemacht“, hat unser ehemaliger Bundespräsident, der leider erst ziemlich spät zu dieser Erkenntnis kam, von Weizäcker behauptet, was aber, jedenfalls nach meiner Meinung, nur zum Teil richtig ist. Unsere heutigen Politiker geben sich schon damit zufrieden, wenn sie den wirklich Mächtigen als Vasallen dienen und später, nach Ablauf ihrer Politikerkarriere, auch noch gemeinsam mit ihnen an einem Tisch sitzen dürfen. In diesem Zusammenhang sei das Buch, „Wem dient Merkel wirklich?“ Autor: David Korn, Verlag: FZ Verlag, München Preis: € 12,90, wärmstens empfohlen.
Pädophile und Andersdenkende
Natürlich, sind mir als Vater von drei Kindern Pädophile alles andere als symphatisch. Es ist einfach ekelhaft, was diese Typen mit Kindern anstellen, die ihnen ja hilflos ausgeliefert sind. Diese Perversen gehören rücksichtslos verfolgt und weggesperrt, aber nicht auf Kosten des Internets. Dass die meisten Provider sich dem Druck der Politik beugten und eine Kontrolle zuließen, ist ein schlimmer Sündenfall, dem, so befürchte ich jedenfalls, noch weitere folgen werden. Unseren Politikern ist die bisher weitgehend unkontrollierte Meinungsfreiheit im Internet schon lange ein Dorn im Auge. Wer hat z.B. in Vor-Internetzeiten schon etwas von den Bilderbergern gehört? Ich jedenfalls nicht und hätte solche konspirativen Treffs unserer Mächtigen auch damals für unmöglich gehalten. Dass es sie tatsächlich gibt, habe ich erst durchs Internet erfahren, Eigentlich wäre es ja die Aufgabe der Medien gewesen darüber zu berichten, aber welcher Redakteur wird schon gerne gefeuert. Dass die Zeitungen, Zeitschriften und Sender entweder vom Kapital, oder von der Politik kontrolliert werden, dürfte wohl mittlerweile selbst dem Einfältigsten bekannt sein. Den Freiraum Internet unter ihre Kontrolle zu bekommen, haben sich die Mächtigen zur Aufgabe gemacht und wir müssen dies unbedingt verhindern
Die Scheinheiligen
Was für eine Empörung in den Medien, wegen der angeblichen Wahlfälschung im Iran. Frau Merkel und Präsident Obama waren sich einig, dass das Vorgehen der iranischen Regierung gegen die Aufrührer "inakzeptabel" gewesen sei. Was ja richtig ist, aber leider scheint zumindest unsere Kanzlerin auf einem Auge blind zu sein.
Als der ägyptische Diktator Husni Mubarak sich im September 2005 nach den Methoden der SED-Wahlbetrügereien wählen und im Vorfeld Demonstrationen niederknüppeln ließ (etliche Tote waren die Folge), konnte Frau Merkel nichts Undemokratisches in Ägypten ausmachen. Auch als der bekannteste Oppositionskandidat Eiman Nur wegen der offensichtlichen Wahlfälschungen forderte, die Wahl müsse wiederholt werden, konnte Frau Merkel dieser Forderung nichts abgewinnen. Aber Nur verlangte genau das, und zurecht, was Mussawi im Iran jetzt auch verlangt. Eiman Nur wurde nicht gehört, Mussawi schon. Der Diktator Murabak ist dem Westen recht, er widerspricht dem Westen kaum und liefert sein Volk zum Ausschlachten der Finanzlobby aus. Ist das die Demokratie, von der Frau Merkel träumt?
Man denke an das Morden in Algerien, nachdem die oppositionelle FIS mit überwältigender Mehrheit 1992 gewählt wurde. Die Partei, die demokratisch den Wahlsieg holte, wurde verboten und ihre Funktionäre fast alle ermordet. In Folge kamen bis heute 150.000 Menschen ums Leben. Der Westen sah dem Morden wohlwollend zu und atmete erleichtert auf, als die ihm genehmen Politiker wieder am Ruder waren.
Die palästinensische Hamas errang 2006 die absolute Mehrheit bei den international überwachten Präsidentschaftswahlen in Palästina. Ergebnis dieses demokratischen Bekenntnisses: Israel passte das Ergebnis nicht und riegelte den Gaza-Streifen komplett ab, was der Bevölkerung jede Möglichkeit auf ein normales Leben nahm. Anschließend unterstütze Frau Merkel die weit überzogene Reaktion Israels auf die palestinensischen Raketenangriffe, bei der hunderte Frauen und Kinder ums Leben kamen. Kein Wort der Kritik an den von den Israelis, völkerrechtswidrig eingesetzten Phosphorbomben. Ist das die Demokratie, von der Frau Merkel träumt?
Einer der wichtigsten Verbündeten des Westens in dieser Region ist Saudi Arabien. Dort sind Parlamentswahlen grundsätzlich verboten und Frauen dürfen noch nicht einmal bei Wahlen zum Dorfbürgermeister zur Urne gehen. Enthauptungen von Frauen sind in Saudi Arabien an der Tagesordnung, wenn ihnen z.B. vorgeworfen wird, mit einem nicht angetrauten Mann auch nur geredet zu haben (Gegenbeweise darf eine Frau nicht einbringen). Trotzdem behauptet unsere Frau Merkel, "man achtet dort die Menschenrechte".
Aber wer ist diese selbst ernannte Verteidigerin demokratischer Werte wirklich? Als Chefin für Agitation und Propaganda in der FDJ dürften ihr die Methoden des DDR-Systems nicht ganz unbekannt gewesen sein.
Mir reichts!
Wer das Pech hat als Deutscher geboren zu werden ist ziemlich angeschissen. Von klein auf als Angehöriger eines Volkes herumzulaufen, das angeblich verantwortlich für den größten Massenmord der Weltgeschichte ist, macht wirklich keinen Spaß. Zweifel sind nicht erlaubt. Die ständige Berieselung mit Dokumentationen über „Das größte Verbrechen der Menschheit“ nervt nicht nur gewaltig, sondern erzeugt mit der Zeit sogar Brechreiz. Jetzt wird uns auch noch die Lebensgeschichte von Reich-Ranicki zugemutet, der zugegebenermaßen anfangs viel Pech, aber später auch ein ganz gutes Leben, ausgerechnet in Deutschland, hatte. Es sei ihm gegönnt, aber muss er uns unbedingt noch mal diese alten Karamellen auftischen. Dank unserer Medien, haben wir Deutsche doch verinnerlicht, dass wir die Parias der Menschheit sind und deshalb alles finanzieren müssen. Reicht das nicht?
Wir machen ja auch nicht alle Juden für die aktuelle Finanzkrise verantwortlich, obwohl es zu 90% jüdische Banker (in den Zwanzigern übrigens auch) waren, die sie ausgelöst haben. Es wird langsam Zeit, dass unsere Historiker sich trauen die deutsche Geschichte nicht mehr auf die 12 Nazijahre zu reduzieren. Von Guido Knopp, unserem berufsmäßigen Ermahnungsprofi, ist so etwas natürlich nicht zu erwarten.
Luftnummer Obama?
Die allgemeine Finanz- und Wirtschaftskrise scheint jetzt Wirkung zu zeigen. Die deutsche Stahlproduktion ist um 50% und die des Maschinenbaus um rund 20% eingebrochen, mit steigender Tendenz. Bisher haben die Firmen versucht die Flaute mit Kurzarbeit zu überbrücken, doch jetzt scheint es doch ans Eingemachte zu gehen. Wir als Exportweltmeister sind natürlich vom weltweiten Einbruch am härtesten betroffen. Unsere sogenannten Experten vermuten, dass die Entlassungswelle schon bald losgehen wird. Hoffentlich irren sie sich mal wieder, denn die meisten von ihnen waren ja noch bis Mitte 2008 der Meinung, dass alles nicht so schlimm kommen würde.
Zwar wird in den Medien weiter gebetsmühlenartig behauptet, dass das kapitalistische System das Beste sei, aber immer weniger Menschen fallen darauf herein. Einige versteigen sich sogar zu der Behauptung, dass Clintons Sozialpolitik die Ursache für das Desaster war, was aber eigentlich zu durchsichtig ist um wirklich ernst genommen zu werden. Natürlich ist den Verfechtern des Kapitalismus selbst auch klar, dass die Schuldverschreibungen, die von verantwortungslosen Bankern über die Welt verteilt und gekauft wurden, die Ursache waren, aber das wird natürlich zu verschleiern versucht. Eigentlich hätten Erfinder und Verbreiter dieser Luftpapiere an die Wand gestellt, oder zumindest eingesperrt werden müssen, was aber dank der mit ihnen verlinkten Politikerkomplizen niemals geschehen wird. Leider ist zu befürchten, dass nach der Krise alles so weiter geht, wie gehabt. Viele hatten ihre Hoffnungen auf Obama gesetzt, von dem aber offenbar auch nichts Positives zu erwarten ist. Anstatt denen von der Wallstreet ordentlich was auf die Finger zu hauen, macht er jetzt einen Nebenkriegsschauplatz auf und will plötzlich alle Atomwaffen abschaffen. Wo gegen ja nichts einzuwenden ist, aber mir scheint dass ein Vertuschungsmanöver zu sein. Damit kann man prima von dem Ausbleiben der versprochenen Finanzmarkt-Regelungen abgelenken. Leider ist zu befürchten, dass ihm die friedliebende Mehrheit auf den Leim geht. Wer will schon Atomwaffen, aber wir leben jetzt schon fast 65 Jahre mit diesen Dingern und auf ein paar Jahre mehr oder weniger kommt es jetzt wirklich nicht mehr an. Es ist kein Geheimnis, dass Obamas Wahlkampf auch mit fetten Geldspritzen von der Wallstreet finanziert wurde und die fordert jetzt offensichtlich ihre Gegenleistungen ein. "Pecunia est nervus remus", "Geld ist das Mittel zu allem", haben die alten Römer schon gesagt und offensichtlich hat sich seitdem nicht viel geändert.
Eine Geschäftsidee
Keine Frage, das Massaker von Winnenden ist unbeschreiblich schrecklich. Was diesen Tim wirklich dazu brachte so etwas Wahnsinniges zu tun wird, trotz all der Psychiater die sich um Aufklärung bemühen, wohl letztendlich im Dunkeln bleiben. Wir Menschen sind eben keine Maschinen, deren Fehlfunktionen sich, auch wenn von professionellen Seelenklempnern behauptet, eingrenzen oder voraussehen lassen. Immerhin dürfte Eines klar sein, in unseren Schulen läuft so manches schief. Sie sind nur noch auf Leistungsoptimierung ausgelegt und scheren sich einen Dreck um Ethik und Moral. Die sind aber mindestens ebenso wichtig fürs Leben wie Mathe, die von den meisten später, mit Ausnahme der Grundrechenarten, sowieso nie mehr gebraucht wird. Wie wichtig es gewesen wäre, nicht nur auf Leistungsdrill zu setzen, demonstrieren uns jetzt die Banker, für die Moral und Verantwortungsgefühl anscheinend etwas völlig Exotisches und Abwegiges sind. In Mathe, Deutsch und Englisch sind sie bestimmt ganz gut, was ihren Opfern allerdings wenig genützt hat. Ehrlich gesagt, wundere ich mich, da noch kein Massaker in der Vorstandsetage einer Bank stattgefunden hat, was vermutlich alleine den dortigen perfekten Sicherheitsvorkehrungen zu verdanken ist. Die dürften vermutlich noch weiter verstärkt worden sein, so dass es einem potentiellen Rächer jetzt noch schwerer fällt für Gerechtigkeit zu sorgen. Um diesen Menschen ein Ventil für ihren Frust zu schaffen, sollte man ein Computerspiel herausbringen, mit dem sie wenigstens digital Vergeltung üben können. Es könnte „Kill Madoff“, oder ähnlich heißen und eine Wallstreet- oder Mainhatten Vorstandsetage als Szenario haben. Schade, da ich nicht programmieren kann, vermutlich würde ich Millionen damit verdienen.
Hart aber fair?
Dass ich mir gestern die „hart aber fair“ Sendung zum Thema Gaza-Krieg ansah dürfte mich Jahre meines Lebens gekostet haben. Dabei waren die Diskussionsteilnehmer gar nicht mal schlecht ausgewählt. Sicher, eigentlich hätte Peter Scholl-Latour dazugehören müssen, der vermutlich der beste Kenner dieser Nahost-Problematik ist, aber Udo Steinbach der Direktor des Deutschen Orient-Instituts war auch keine schlechte Wahl. Leider kam er kaum zu Wort. Sobald er mal reden durfte, was leider selten genug der Fall war, fielen ihm Michael Friedman und Frank Plasberg sofort ins Wort. So als wenn sie sich vorher über die Taktik abgesprochen hätten. Zuerst schrie Friedman dazwischen, dann mischte sich Plasberg ein und würgte Steinbach ab. Offensichtlich hatte man Angst vor dem was Herr Steinbach sagen wollte. Plasbergs Parteinahme für Israel wurde auch bei der Auswahl der zwischendurch gezeigten Beiträge deutlich. Während an Hand einer Karte die angebliche Verletzlichkeit Israels verdeutlicht wurde, unterließ man es, eine Karte von dem oft als Flickenteppich bezeichneten West-Jordan-Land zu zeigen. Diese durch die Israelis erfolgte Zerstücklung des Palestinänsergebiets, macht nicht nur die von der UNO beschlossene Zweistaatenlösung unmöglich, sondern ist das Grundübel dieses Konflikts. Als Plasberg gegen Ende der Sendung in Form eines Beitrags leise Kritik an der Überempfindlichkeit des Zentralrats der Juden äußerte, wurde er sofort von Friedman zur Ordnung gerufen. Plasberg wagte sich nicht seinem jüdischen Gast die Stirne zu bieten und zog schnell den Schwanz ein. Als Steinbach kurz vor Schluss resigniert Kritik an der Moderation übte ging Plasberg einfach nicht darauf ein. So ein erbärmliches Verhalten, hätte ich dem neulich erst zum besten Moderator erkorenen Plasberg nicht zugetraut.
Die Energieverarschung
Wenn ich daran denke, wie ich mir die Zukunft damals als Jugendlicher vorgestellt habe und mit der heutigen Wirklichkeit vergleiche, müsste ich mich eigentlich sofort erschiessen. Nichts, aber auch gar Nichts ist so gelaufen wie erhofft, was allerdings auch für die gesamte Menschheit zutrifft. Was hat der ganze technische Fortschritt der vergangenen 60 Jahre bewirkt und was ist aus den Versprechungen der Politiker geworden, Wohlstand und Glück für alle anzustreben? Nichts! Wir werden von einer Geldmafia regiert, die sich einen Dreck um die Bedürfnisse der normalen Menschen kümmert. Diese Oligarchen bestimmen wo es lang geht und kaufen sich einfach die Politiker die sie dafür benötigen. Die Wenigen die nicht käuflich sind, werden kaltgestellt oder mittels Medien fertiggemacht, die natürlich auch entweder vom Geldadel oder deren Höflingen kontrolliert werden. Technischer Fortschritt, der geringere Einnahmen als mit den bisher üblichen Mitteln verspricht, wird der Bevölkerung einfach vorenthalten, was z.B. die weiterhin ungehemmte Verfeuerung fossiler Brennstoffe deutlich macht. Obwohl wir alle auf einer Feuerkugel sitzen, deren Wärme man nur anzapfen müsste, werden Gas und Öl weiter verheizt. Natürlich könnte man einem Bezieher von Erdwärme kaum klarmachen, warum er ebenso viel dafür bezahlen soll. Hier im Ruhrgebiet musste man die in ca. 1000 m Tiefe befindlichen, mindestens 60°C heissen Gruben kühlen um dort überhaupt arbeiten zu können. Diese Energie ließe sich ohne weiteres nutzen. Würde man noch tiefere Schächte in die Erde treiben, was technisch durchaus möglich wäre, könnte man noch viel höhere Temperaturen durch Erdwärme erzielen. Sie in Elektrizität umzusetzen oder zum Heizen zu nutzen wäre mit den heutigen schon zur Verfügung stehenden technischen Mitteln leicht möglich. Stattdessen wird weiter auf Gas, Kohle und Öl gesetzt mit denen man die grössten Profite erzielen kann. Es ist kaum anzunehmen da die, dank willfähriger Politiker, von Energieversorgern zu Gelderzeugern mutierten Unternehmen zukünftig auf ihre Milliardengewinne verzichten werden.
Tod eines Millionärs
Gestern hat sich der durch sein Ratiopharm Unternehmen bekannte Milliardär Adolf Merckle das Leben genommen. Ein tragisches Ereignis, vor allem für seine Familie, aber warum wird in den Medien so ein Bohei darum gemacht. Hartz4 Empfänger nehmen sich zu hunderten das Leben und kein Aas interessiert sich dafür. Natürlich ist der Freitod eines Milliardärs schon etwas besonderes, denn eigentlich geht jeder davon aus, da diese Leute, selbst nach einer Pleite, noch genügend Euros überbehalten um davon in Saus und Braus leben zu können. Wogegen man zumindest Verständnis dafür hat, dass so ein Hartz4 Versager seinen Steuern zahlenden Landsleuten nicht mehr auf der Tasche liegen will. Da Herr Merckle seine Probleme eigentlich selbst verursacht hat, weil er sich beim Poker mit VW Aktien, Seit an Seit mit Heggefonds- und Investmentbankern, mächtig verzockt hat, spielt kaum eine Rolle. Von so einem Finanz-Thycoon erwartet man es nicht anders. Unsere Banker haben es doch in noch viel grösserem Ausmaß gemacht und bekommen jetzt die Milliarden aus Angelas Rettungspaket förmlich in den Hintern geschoben. Eigentlich schade, dass keiner von ihnen so viel Verantwortungsgefühl wie Herr Merckle hat.
Desinformation a la card
Während die christliche Welt feierte nutzten die Israelis deren Ablenkung um endlich mit der Hamas im Gazastreifen abzurechnen. Offizieller Anlass war der dauernde Beschuss mit sogenannten Kassam Raketen, dem die der Palestinenser-Enklave benachbarten Städte in den letzten Monaten ausgesetzt waren. Viel Schaden können diese Primitivflugkörper zwar nicht anrichten, haben aber immerhin schon einige Tote verursacht. Um israelischen Luftangriffen zu entgehen, hatte der militärische Arm der Hamas die Hisbolla, ein weitverzweigtes Tunnelsystem angelegt, von dem aus die israelischen Siedlungen und Städte unter Feuer genommen wurden. Warum die Israelis dieses Tunnelsystem, was sie garantiert schon längst hätten tun können, nicht einfach zerstörten, entzieht sich meiner Kenntnis, aber vermutlich waren ihre Ziele weitergehend. Jetzt werden nicht nur diese Tunnel, sondern auch die gesamte Infrastruktur der Hamas zerstört, wobei leider auch wieder viele zivile Opfer zu beklagen sind. Vermutlich wollen die Israelis die verbleibende Zeit von Bush nutzen um vollendete Tatsachen zu schaffen. Ob Obama ihnen die gleiche Narrenfreiheit wie sein Vorgänger gewährt, scheint aus der Sicht der Israelis jedenfalls noch nicht sicher zu sein. Die Berichterstattung unserer Medien über diese Ereignisse kann man nur noch als Desinformation bezeichnen. Da wird so getan, als wenn diese Kassam Raketen eine ernsthafte Bedrohung für Israel wären aber andererseits verschwiegen, da der Judenstaat mit seiner monatelangen Blockade von Gaza schon lange auf alle diesbezüglichen UN-Konventionen pfeift. So lange den Palestinänsern eine echte Zweistaatenlösung verweigert wird und ihr Staatsgebiet nur ein Fleckenteppich aus israelischen Siedlungen und Versorgungsstraßen ist, wird es keine echte Friedenslösung geben. Es ist zu hoffen, da
Obama sich dem Druck der jüdischen Lobby widersetzen und die Israelis unter Druck setzen kann, damit sie sich endlich in Richtung Zweistaatenlösung bewegen. Viel Hoffnung dafür besteht, angesichts der allmächtigen jüdischen Lobby in den Staaten, allerdings nicht. Manchmal frage ich mich, von wem unsere Medien eigentlich gesteuert werden, die ja immer noch zum überwiegenden Teil durch Gebühren finanziert werden.
Von unabhängiger Berichterstattung kann jedenfalls selbst bei diesen öffentlichen Sendern keine Rede mehr sein, was übrigens nicht nur von mir, sondern auch von so erfahrenen Presseleuten wie z.B. Peter Scholl-Latour beklagt wird.
Die Koalition der Herzlosen
Gestern Abend habe ich mich wieder mal über die Tagesthemen geärgert. Thema war die Kindergelderhöhung, die zwar kaum der Rede wert ist, aber den Hartz4 Empfängern, ganz im Gegensatz zu Millionären, komplett vorenthalten wird. Man hat sich allerdings, vermutlich schweren Herzens, dazu durchgerungen, Kindern von Hartz4 Empfängern ein sogenanntes Starterpaket im Wert von 100 Euro zu genehmigen, das aus Schulbedarf besteht und vor jedem neuen Schuljahr ausgehändigt wird, aber nur bis zur zehnten Klasse. Warum dies nicht auch für die weiteren Schuljahre vorgesehen wird, wurde nicht begründet.
Nun ist es ja schon ein Skandal, das den meist bedürftigen Kindern die Kindergelderhöhung nicht gegönnt wird, aber warum ältere Schüler nicht in den Genuß dieser Alibimaßnahme kommen sollen einfach unbegreiflich.
In den besagten Tagethemen kamen dann die betroffenen Eltern zu Wort. Einmal ein berufstätiges Ehepaar, das gerade dabei war seine beiden Kinder in den Kindergarten zu entsorgen und eine Hartz4 Empfängerin. Während die Berufstätigen die Erhöhung, zu Recht, als lächerlich gering einstuften hätte die Hartz 4 Empfängerin sie natürlich gerne auch gehabt. Die Auswahl der zu Interviewenden war ebenso typisch wie verräterisch. Natürlich entsprachen die Berufstätigen dem normalen Standard und machten einen ganz propperen Eindruck, ganz im Gegensatz zur Hartz4 Protagonistin. Die war natürlich „extrem mollig“ (die sollte mal ruhig am Essen sparen) und besaß trotz ihres geringen Einkommens auch noch einen Hund (woher nimmt die das Geld für´s Hundefutter?). Das sie sich anscheinend hauptsächlich um ihr Freizeitvergnügen sorgte, passte natürlich auch noch ganz gut in´s Bild. So wird Stimmung gemacht. Der anschliessende Kommentar zu diesem Thema passte da gut ins Bild. Er wurde von einer vermutlich Eis pinkelnden Karrierefrau abgesondert, die es offenbar völlig in Ordnung findet, wenn man Hartz 4 Kinder noch weiter benachteiligt. Ihre zynische Bemerkung, das von den Hartz 4 Kindern es sowieso nur wenige bis zum Abitur schaffen und man deshalb das Starterpaket diesen Raritäten auch noch zukommen lassen könnte, hat mir fast den Atem verschlagen. Zehn Arschtritte und mitten im Kongo aussetzen, wäre eine viel zu milde Strafe für diese herzlose Blasierte. Ich finde, der verantwortliche Redakteur sollte sich schämen. Auf diese Weise Stimmung gegen die Schwächsten unserer Gesellschaft zu machen ist einfach ekelhaft.
Will oder kann Anne Will nicht?
Als ich mir gestern, wie fast immer am Sonntagabend die Talkshow mit Anne Will anschaute, wollte ich meinen Augen nicht trauen. Diese Diskussionsrunde war einfach unglaublich. Auf der einen Seite die Vorsitzende des Arbeitslosenverbandes und Parteimitglied der Linken Marion Drögsler, die zwar durch ihre Leibesfülle beeindruckte, mir aber sonst weitgehend unbekannt war und der Unternehmer und Milliardär Götz Werner, der mit seiner Forderung nach einem Grundeinkommen für jeden, das einigermaßen zum Leben ausreicht, eine Art Sozial-Exot ist. Auf der anderen Seite eine Riege, wie sie unsozialer nicht sein konnte. Der durch seine Forderung, älteren Leuten keine Hüftoperationen mehr zu bewilligen, berüchtigte Philipp Missfelder (natürlich CDU), Thilo Sarrazin (unglaublich aber wahr SPD), der durch seine Behauptung Hartz 4 Empfänger bekämen viel zu viel Unterstützung Schlagzeilen gemacht hatte und der bekannte Lobbyist der oberen Hunderttausend Dirk Niebel (natürlich FDP). Das was mir allerdings wirklich den Atem nahm war die Beispielfamilie Hepaydinli, die offensichtlich von einem absolut weltfremden Wesen vom Mars ausgesucht wurde. Mindestens so untypisch wie ihr Name, sind die Verhältnisse in denen diese Familie lebt. Von einem schicken Häuschen und einem monatlichen Einkommen von rund 5000 Euro kann eine normale deutsche Durchschnittsfamilie jedenfalls nur träumen. Wen verwundert es da, dass die Hapydinlis, die durch Kurzarbeit einen Verlust von 200 – 300 Euro zu verkraften haben, gar nicht so recht wussten ob überhaupt und wo sie etwas einsparen sollten. Für Mitleid bestand jedenfalls keinerlei Grund, auch wenn Anne Will dies mit betrübter Miene dem Zuschauer zu vermitteln versuchte. OK, die Hepaydinlis wollten wohl mal in´s Fernsehen und irgendein Bekannter, der dort Redakteur oder so ist, hat ihnen anscheinend den Gefallen getan. Mitleid für die wirklich Bedürftigen unserer Gesellschaft gab es dagegen herzlich wenig, auch wenn sich die etwas überfordert wirkende extrem mollige Dame vom Arbeitslosenverband redlich Mühe gab deren Interessen nicht ganz unter den Tisch fallen zu lassen. Die Front der Herzlosen stand felsenfest und verteidigte ebenso konsequent wie unwidersprochen die Anrechnung der Kindergelderhöhung an die Hartz 4 Bezüge. Der Unterschied zwischen den unteren Lohngruppen und Hartz 4 Empfängern müsse gewahrt bleiben, war einhelliger Tenor der Eisekalten, ohne dass jemand auf die Idee kam, eine Anhebung der unteren Gehälter durch die Einführung eines Mindestlohns zu fordern. Was zumindest von Sarrazin zu erwarten gewesen wäre, dessen Partei diese Forderung ja schon länger vertritt. Seine Sympathie für die „Argumente“ seiner beiden extrem konservativen Kollegen war deutlich zu spüren und müsste eigentlich ein Parteiausschlussverfahren zur Folge haben. Während Niebel wie üblich Steuererleichterungen für seine betuchte Klientel forderte, Missfelder momentan gar nichts tun will, vertrat Sarrazin merklich unüberzeugt die Idee der Geschenkgutscheine, deren Verwirklichung allerdings beinahe ebenso illusorisch wie das Grundeinkommen des Herrn Werner ist. Als Anne Will, ganz gegen den Gesprächstrend, fragte warum Hartz 4 Empfänger, die am ehesten eventuelles Geld vom Staat in den Konsum stecken würden, keines bekommen sollten, wurde sie sofort von Missfelder mit der Bemerkung: „Weil es nicht geht!“, untergebügelt. Dafür wäre einfach kein Geld vorhanden. Die Frage, warum zur Rettung der Real Estate Bank mehr Geld aufgebracht wurde, als der gesamte Hartz 4 Jahresetat ausmacht, ersparte sich Will zu meinem Erstaunen. Ob dies Mangel an Wissen oder Absicht war? Als ganz besonders ekelhaft empfand ich es, dass ausgerechnet Niebel, der einer der ärgsten Gegner eines Mindestlohnes ist, sich zum Ende der Sendung unwidersprochen als Anwalt der unteren Lohngruppen aufspielen durfte, natürlich nur mit der Absicht einen Keil zwischen sie und Hartz 4 Empfänger zu treiben. Ein weiteres Versagen von Anne Will, die überhaupt mit dem Thema dieser Sendung ziemlich überfordert zu sein schien.
Palmen ade?
Wie der frühe Wintereinbruch vermuten lässt, werden wir auf die von unseren Klima-Katastrophen-Gurus versprochenen Palmen in Deutschland, wohl doch noch etwas länger warten müssen. Möglicherweise könnte es sogar kälter werden, denn bekanntlich hat der Waldbestand in Europa ja auch, trotz der vor rund 20 Jahren prognostizierten Waldsterbens-Szenarien unserer Ökos, um mindestens 10% zugelegt. Witzigerweise sind es jetzt oft die gleichen Leute, die eine drohende Klimakatastrophe an die Wand malen. Offenbar benötigen diese Kassandras immer etwas Weltuntergangsstimmung um sich richtig wohl fühlen zu können. Da berufsmäßige Klimaforscher, die auf öffentliche Forschungsgelder angewiesen sind, eventuell auch handfestere Gründe für negative Prognosen haben, kann zumindest nicht ganz ausgeschlossen werden. Klimaschwankungen hat es immer schon gegeben, was aber nicht bedeutet, da die Abgase unserer Autos und der Industrie nicht so weit wie möglich reduziert werden sollten. Aber selbst, wenn wir sie auf Null bringen könnten, auf das Klima würde das kaum Auswirkungen haben. Als die Wikinger vor rund 1000 Jahren Grönland besiedelten war die Insel, ganz im Gegensatz zu heute, beinahe eisfrei. Was wohl kaum auf die Emissionen unserer mittelalterlichen Vorfahren zurückzuführen, die beschränkten sich im Wesendlichen auf das Methanin ihren Fürzen.
Ein neuer Kennedy?
Barak Obama hat´s gepackt. Ob er es tatsächlich schafft aus den USA einen halbwegs sozialen Staat zu machen? Hoffentlich, doch Zweifel sind erlaubt. Nirgendwo anders hat das Kapital so viel Macht wie im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" und die betreffenden Damen und Herren werden sich schon nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Der Handel mit Derivaten und anderen Luftnummern ist dort drüben jedenfalls wieder im vollen Gange, was bei einem Präsidenten wie Bush eigentlich auch nicht verwunderlich ist. Ob Obama etwas dagegen unternehmen wird? Es würde mich jedenfalls sehr wundern, wenn nicht ein erheblicher Teil seiner gigantischen Wahlkampfspenden von der Wallstreet käme, die ja bisher immer die Kampagnen der Präsidentschafts-Kandidaten finanziert hat. Vielleicht hält er sich ja trotzdem an seine Versprechungen, was allerdings ziemlich ungesund für ihn werden könnte, wie das Beispiel J.F. Kennedy zeigt, der damals die FET verstaatlichen wollte. Die wird immer noch von den Privatbanken geführt, während J. F. K. bekanntlich schon viele Jahre in den ewigen Jagdgründen weilt.